| Ein paar kurze Worte... |
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Mittwoch, 7. März 2007
Die Welt verändern
Greywolf zog die Stirn in Falten. Er sah aus, als horche er in sich hinein. Dann ruhte sein Blick wieder auf Anawak. "Weißt du, Leon, was das Problem unserer Zeit ist? Die Menschen verlieren ihre Bedeutung. Jeder ist ersetzbar. Es gibt keine Ideale mehr, und ohne Ideale gibt es nichts, was uns größer macht, als wir sind. Jeder sucht verzweifelt nach dem Beweis, dass die Welt mit ihm ein bisschen anders ist als ohne ihn. -
(Zitat aus: "Der Schwarm" von Frank Schätzing; S. 356/357; S. Fischer Verlag, Frankfurt/M. 12/2005, 4. Auflage) ... direkter Link ... Kommentar schreiben (0 Kommentare) Donnerstag, 1. März 2007
Ein Märchen
Autor: der_eumel, online seit 04:30 Uhr, Kategorie: Ein paar kurze Worte
Es war einmal ein Junge. Er hatte eine tolle Familie und fürsorgliche Eltern. Sie stritten nie, alles war harmonisch. In der Schule war er sehr gut, wenn nicht gar Klassenbester. Er spielte drei Musikinstrumente und machte sich auf dem Fußballplatz einen Namen. Überall hatte er viele Freunde.
Mit 15 verliebte er sich in ein Mädchen, und als er sie küsste, sagte sie Ja. Zusammen waren sie glücklich. Mit 20 verlobten sie sich, mit 25 wurde geheiratet. Während er bereits eine eigene Firma besaß, studierte sie Medizin und wurde Ärztin. Das erste Kind kam mit 27 und seine Eltern waren unheimlich stolz auf ihren Enkel. Wenig später wurden sie zum zweiten Mal Großeltern. Mit 30 gewann er zwanzig Millionen im Lotto und die junge Familie kaufte sich ein Anwesen in Kalifornien. Sie fuhren Cadillacs und Bentleys und überhaupt leisteten sie sich nur das Beste vom Besten. Die Zinsen brachten genug, um sich eine Yacht zu kaufen und ein Wochenendschloss wurde später auch noch mit drangehängt. Sie schwammen im Geld. Es lief alles perfekt. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann zahlen sie heute immer noch keine Steuern. ... direkter Link ... Kommentar schreiben (2 Kommentare) Freitag, 23. Februar 2007
Baumkuchen
Autor: der_eumel, online seit 04:16 Uhr, Kategorie: Ein paar kurze Worte
Vor mir steht ein Baumkuchen. Den haben mir meine Eltern aus Dresden mitgebracht. Von Kreutzkamm. Soll die beste Baumkuchenfirma sein. Naja, ich hab ihn noch nicht probiert, aber ich frage mich gerade (es ist kurz nach 3 Uhr nachts), warum der Baumkuchen Baumkuchen heißt.
Kuchen - okay. Aber Baum?? Wo ist denn da der Baum? Müsste der Baumkuchen nicht eher Tonnenkuchen oder Stammkuchen heißen? oder Rohrkuchen? Ich meine, das ist ein rundes Ding, zylinderförmig und hohl. Und braun wegen des Schokoüberzugs. Absolut nicht baumig. Das soll einer verstehen... Ich glaube, ich frag mal eben meine Freundin. *frag* Hach, bin ich stolz auf meine Freundin. Sie weiß einfach so gut wie alles. Also. Wiki sagt, ein Baumkuchen heißt Baumkuchen, weil er innen drin solche Ringe hat wie die Jahresringe von Bäumen. Naja... Jetzt bin ich jedenfalls wieder etwas schlauer als vorher. Danke Wiki. Und gute Nacht! ... direkter Link ... Kommentar schreiben (4 Kommentare) Dienstag, 20. Februar 2007
Ein einfaches Leben
Autor: der_eumel, online seit 02:22 Uhr, Kategorie: Kurzgeschichten
Seit einigen Stunden waren sie nun schon unterwegs auf dem ruhigen verwinkelten See. Es war windstill und bis auf das Tuckern des Motors kaum ein Laut zu vernehmen. Manch einer würde sicherlich am Angeln nicht sonderlich viel Begeisterung finden und die grüne, feuchte, niedrig gewachsene Natur der Insel mit dem Atlantik-Klima langweilig und uninteressant finden.
Doch für die beiden Männer auf dem kleinen Boot war es wie eine Idylle. Die Unberührtheit der Seenlandschaft war für sie heilsam und beruhigend. Sie genossen es, auf dem See dahinzutreiben und die Angeln auszuwerfen. Viel hatten sie heute nicht gefangen, doch ein paar ordentliche Welse waren schon dabei. Sie lagen in der Wanne am Heck. Heute Abend würden ihre Frauen wie so oft ihren Fang zubereiten und zu einem schmackhaften Mahl verarbeiten. Doch das Essen ihrer gefangenen Fische war nur das I-Tüpfelchen eines geduldigen und wortkargen Tages, den die beiden Männer in der Regel gedankenversunken verlebten, unterbrochen von den spannenden Momenten, in denen die Rute eingeholt wurde und ein weiterer Fisch am Haken zappelte. Dann herrschte kurzzeitig Aufregung. Doch schon wenige Minuten später sahen beide wieder träumend ins Wasser, den Gedanken freien Lauf lassend. So vergingen weitere Stunden. Als es dunkel zu werden begann, machten sie sich zurück durch die vielen länglichen Seen auf den Heimweg. Die Wanne war einigermaßen gut gefüllt und die beiden Männer zufrieden. Heute Abend würden sie gut gelaunt und redefreudig mit ihren Familien zu Abend essen. Es war ein einfaches Leben, das sie führten. Sie verdienten ihr Geld im nächstgelegenen größeren Ort, am Wochenende fuhren sie raus auf die Seen. Sicher würden viele meinen, ihr Dasein sei abwechslungslos und trist, doch immerhin konnten die beiden Männer mit Sicherheit sagen, wer sie waren. ... direkter Link ... Kommentar schreiben (1 Kommentar) Samstag, 10. Februar 2007
Feuerrot
Autor: der_eumel, online seit 18:24 Uhr, Kategorie: Kurzgeschichten
Er stand früh auf, sehr früh. Es war noch stockdunkel und das bedeutete um diese Jahreszeit, dass es wirklich früh war.
Seine Sachen, die er für den Tag benötigte, hatte er bereits am Abend zuvor gepackt. Der Rucksack war gut gefüllt. Sich den Schlaf aus den Augen wischend, stieg er die Holztreppe herunter und schmierte sich in der kalten Küche zwei Brote. Hunger hatte er noch keinen, doch mit völlig leerem Magen sollte er nicht losgehen. Müde kauend, doch mit Aufbruchsstimmung im Bauch blickte er durchs Fenster in den Nachthimmel. Es war keine Wolke auszumachen, die Sterne funkelten klar und zum Greifen nah. Es war perfekt. Er trank noch einige Schlucke Wasser und zog sich an. Die Ausrüstung war nicht die bequemste, aber die praktischste für das, was er vor hatte. Die Stiefel waren schwer, doch robust. Die Jacke würde er später nicht mehr brauchen, doch in den Morgenstunden war es noch sehr kalt und feucht. Es war kurz nach 4 Uhr morgens, als er das Haus verließ. Sofort drang ihm die klare, kalte Nachtluft in die Glieder. Doch er begann sofort zu gehen und mit der Zeit würde ihm warm werden. Die vereinzelten Häuser waren alle noch dunkel, die Welt schlief noch tief und fest. Kein Vogel zwitscherte, kein Kuhglockenläuten war zu hören. Es war unglaublich still. Seine Schritte knirschten im nassen Kies auf der unbefestigten Straße. Er setzte Schritt vor Schritt, sog die Luft durch die Nase ein und genoss es. Nun konnte er seinen Gedanken freien Lauf lassen. Seine Füße würden ihn tragen und er brauchte nichts weiter zu tun, als ihnen zu folgen. Er blickte nach oben. Sein Ziel konnte er dunkel ausmachen. Es lag noch so weit entfernt von ihm und es würde lange dauern, bis er es erreicht hatte. Doch er hatte Zeit. Er würde es auf jeden Fall rechtzeitig schaffen. Mit jedem Schritt bergauf fand er besser hinein in seinen Trott. Bald hatte er die Straße und den ersten dichten Wald hinter sich gelassen und die weiten Wiesen betreten, durch deren vom Tau feuchtes Gras sich der Weg nun schlängelte. Seine Waden wurden nass, doch es war eine willkommene Erfrischung. Ihm war nun schon etwas warm vom Bergauf-Steigen, sein Kreislauf begann zu arbeiten. Noch war der Himmel dunkel, doch der Morgen war bereits ein wenig zu erahnen. Hier und dort hörte er im Gebüsch ein Rascheln. Kaninchen oder Rehe vermutlich. Er ging weiter, ohne Pause zu machen. Es ging stetig bergauf. Nach einer Weile hatte er die weiten Almwiesen hinter sich gelassen und war wieder in einem Waldstück. Dieses war jedoch niedriger und lichter und der Untergrund steinig. Er stieg einen nun noch steileren, sich eng durch die Bäume windenden Weg hinauf, links und rechts lagen jetzt dunkel und majestätisch einige große Felsbrocken, die einst vom Berg abgebrochen und hier zum Liegen gekommen waren. Er musste sich auf seine Schritte konzentrieren, um nicht auf unförmigen Steinen umzuknicken. Der Weg war nicht mehr so glatt und gepolstert wie zuvor. Auf den Boden blickend ging er weiterhin wie von einer unhörbaren Stimme gerufen voran. In seinen Gedanken schwirrte ein Lied umher und er pfiff es mit schwerem Atem leise in den frühen Morgen mit. Es war weder sein Lieblingslied, noch hatte er es in der letzten Zeit besonders oft gehört, aber jetzt war es optimal, um einen Rhythmus zu bekommen, an dem man das Setzen seiner Schritte orientieren konnte. Während er im Ohr jenes Lied hörte, waren seine Gedanken völlig woanders. Bilder und Szenen vom letzten Monat flogen ihm vor den Augen umher, als er es auf der großen Feier endlich gewagt hatte. Ihre Augen und ihr Gesicht wollten einfach nicht verschwinden, doch er wusste, dass sie es besser täten, um ihn nicht wieder missmutig zu stimmen. Aber er konnte es nicht kontrollieren. Seine Gedanken waren stärker als sein Wille und so gab er sich der Erinnerung hin... Er merkte nicht, wie die Bäume immer niedriger wurden, wie die Steine immer mehr und größer seinen Weg säumten und wie hoch er mittlerweile schon gekommen war. Bald darauf hatte er die letzte Pflanze hinter sich gelassen, um ihn herum befanden sich reine Schotterhänge. Der Weg führte über sie hinweg und man konnte seinen Verlauf schon hunderte Meter im Voraus betrachten. Dies ging, denn inzwischen hatte sich der Himmel erhellt. Das Schwarz war einem leichten Blaustich gewichen und die teilweise gigantischen Berggipfel rings umher waren deutlich auszumachen. Für heute war sein Ziel keiner dieser hohen Berge. Ihm reichte der, auf dessen letzten Kilometer Bergauf er sich gerade befand. Für das, was er sehen wollte, war dieser Berg perfekt. Je höher er kam, desto windiger wurde es. Und desto kälter. Noch schwitzte er vom anstrengenden Gehen, doch bevor er sich oben noch erkältete, zog er sich die Jacke lieber gleich über. Es war nicht mehr weit. Bald hatte er es geschafft, vielleicht zehn Minuten noch, dann würde er auf die andere Seite hinunterblicken können. Das letzte Stück erwies sich als das schwierigste. Es wurde nun richtig steil und einige Male musste er für eine besonders hohe "Stufe" mehrere Anläufe nehmen und sich sich an dem im Stein befestigten Sicherheitsdraht festhalten. Doch das machte ihm Spaß. So musste Bergsteigen sein! Im Gedanken daran, den Gipfel gleich erreicht zu haben, beschleunigte sich die Frequenz seiner Schritte noch einmal. Die Anstrengung war vergessen, als er das Kreuz ganz oben sah. Die letzten Meter ging er wieder bedächtig, wissend, welcher Anblick ihn beim Hinuntersehen ins gegenüberliegende Tal bot. Erschöpft und respektvoll stand er am Rand und sah die nahezu senkrecht abfallende Wand hinunter. Es war jedes Mal wieder ein besonderes Gefühl hier zu stehen. Tief unter ihm plätscherte lautlos ein Bach und wand sich langsam durch das Tal mit seinen nun langsam zum Leben erweckten Örtchen. Er ging zum Gipfelkreuz. Und wartete. Sein Timing war ziemlich gut, wie er fand. Es dauerte nur ein paar wenige Minuten, da war es soweit. Er blickte nach Osten. Am Horizont begann sich langsam, aber unaufhaltsam eine feuerrote, in der Luft schimmernde Scheibe zwischen den weit entfernten Berggipfeln emporzuschieben. All die so kahlen, steinernen Felswänden ringsumher verlieh sie eine ebensolch leuchtende Farbe. Die Alpenberggipfel wurden von den ersten Sonnenstrahlen des Morgens gekitzelt. Ein neuer Tag begann. Er stand da und schaute die glühende Scheibe an. Seine Gedanken waren leer, doch sein Herz wurde warm. Und dafür hatte es sich gelohnt. ... direkter Link ... Kommentar schreiben (1 Kommentar) Donnerstag, 8. Februar 2007
Fieber und Alk
Was sind die Gemeinsamkeiten zwischen zu viel Alkohol und zu viel Fieber?
1) Alles dreht sich beim Laufen, das somit nicht mehr geradeaus möglich ist. 2) Der Kopf dröhnt und pocht. 3) Der Blick ist verschwommen, gegebenenfalls sieht man gewisse Dinge doppelt. 4) Appetitlosigkeit 5) Man soll viel (Nicht-Alkoholisches) trinken 6) Es kann zu Kotzkrämpfen kommen, die in beiden Fällen äußerst unangenehm sind. 7) Man ist unfähig, klare Gedanken zu haben und diese auch noch verständlich auszuformulieren. 8) In der Nacht träumt man ziemlichen Schwachsinn. 9) Man will, dass der momentane Zustand so schnell wie möglich der Vergangenheit angehört. 10) Man sieht extrem beschissen aus... ... direkter Link ... Kommentar schreiben (0 Kommentare) Freitag, 2. Februar 2007
Nur Nacht
Autor: der_eumel, online seit 02:46 Uhr, Kategorie: Kurzgeschichten
Er war alleine, doch irgendwie genoss er es. Er war todtraurig, doch irgendwie machte ihm das im Moment nichts aus.
Die ruhige Musik stimmte ihn friedlich und entspannt. Er verschmolz mit ihr und der nächtlichen Stille. Die einfühlsame nahezu monotonen Töne und Rhythmen berührten ihn sanft, ließen ihn träumen. Leise seufzend blickte er zum Mond und fragte sich, wann er sich wieder neu verlieben könnte. Es würde sicher wieder passieren, doch im Moment brauchte er keine Liebe. Der Mond fesselte seinen Blick und saugte all seine Gefühle in sich auf. Es war, als ob die gelbe Scheibe dort am Nachthimmel eine Decke der Zufriedenheit über ihn legte. Es war alles gut. Die Welt drehte sich weiter. Es war nur Nacht. Nur Nacht. Er atmete noch einmal tief ein, nachdem die Musik verklungen war und ging zu Bett. Morgen würde die Sonne wieder scheinen. ... direkter Link ... Kommentar schreiben (0 Kommentare) Freitag, 19. Januar 2007
Royal Flush
Autor: der_eumel, online seit 17:27 Uhr, Kategorie: Kurzgeschichten
Schlagartig fing K.'s Herz an laut hörbar zu pochen. Bum. Bum. Bum. All seine Sinne waren angespannt, das Adrenalin stieg ihm in den Kopf. Seine Gedanken waren wirr und er war nicht mehr Herr seiner selbst. Seine ganze Konzentration musste er dafür aufbringen, sich nichts anmerken zu lassen. Er hoffte, dass es nicht auffallen würde.
Eigentlich hatte er gar nichts. Bislang. Doch es konnte etwas werden. Er versuchte still zu stehen, aber sein ganzer Körper schien unkontrollierbar hin und her zu schwanken. Lag das am langen Sitzen zuvor oder an dem leichten Schwindel, der ihn befiel? Wenn das mal nur gut ging... Er fing an zu schwitzen. Ihm gegenüber saß der feine Herr mit dem französischen Namen und dem gekünstelten Lächeln, zu seiner Linken ein unscheinbarer jüngerer Mann, dessen Emotionen genauso unauffällig waren wie seine Erscheinung. Am ehesten einschätzen konnte er seinen rechten Tischnachbarn. Er war ein Südländer, um die 50 und offensichtlich ein schlechter Verlierer. Nahezu jedes Mal wenn er verlor, wurde er rot vor Wut und fluchte leise auf einer ungewohnt klingenden Sprache in seinen grauen Bart. All diese Beobachtungen jedoch waren wie ausgeblendet. K. versuchte, klar zu denken, versuchte, sich nichts anmerken zu lassen. Der Südländer regte sich. Langsam bewegten sich seine Finger zu den Chips. Call. K.'s Atem wurde anstrengender. Der unscheinbare Junge hatte gleich gefoldet, der Franzose jedoch hatte soeben um weitere Fünftausend erhöht. Er konnte es sich leisten. Es tat beinahe weh und eine gewisse Wut keimte im Bauch auf, wenn K. zu ihm rüber sah und dessen Gewinn betrachtete. Er hatte nichts mehr zu tun. Er konnte nur noch hoffen. Hoffen auf den River. Die Chancen auf die eine Karte waren gering, das wusste er. Doch er musste es riskieren, denn lange hätte er nicht mehr durchgehalten. Er schloss für einen kurzen Moment die Augen und stellte sie sich vor, die Karte. Wie sie aufgedeckt würde. Es war seine letzte Chance. Alles oder nichts. Und es war möglich. Es war möglich, dass es das Spiel seines Lebens werden würde. Er war sofort nach dem Flop All-In gegangen. Der Franzose und der Südländer hatten sich weiter hochgetrieben, auch nach der vierten Karte, Herz-Vier. Die hatte K. wenig genützt. Nein, sie hatte ihm wirklich kein bisschen genützt. Nun lag eine solch hohe Summe im Pot, dass ihm schon beim Gedanken an die Zahl ein Schauer über den Rücken fuhr. Gleich würde er wissen, wem diese für ihn ungeheure Summe gehören würden. As 10 suited. Herz. Klar, dass er es tun musste, nachdem der Bube und der König neben der Karo-4 im Flop lagen. Wenn SIE doch nur noch käme...! Kommt sie nicht, dann war es das. Nicht nur heute Abend. Eine Welt würde zusammenstürzen. Vollends zusammenstürzen, denn es war nur ein hauchdünner Faden, an dem sie noch gehalten wurde. Der Croupier blickte ein letztes Mal in die Runde. Seine Hand legte die Bum Card zur Seite und griff die nächste. Wie in Zeitlupe schob er den River neben den Turn. Er war im Begriff die Karte umzudrehen, da fiel K. jemand aus dem Augenwinkel auf. Als er genau hinsah, konnte er sie deutlich erkennen: Es war seine Herzdame. Und sie lächelte ihn an. ... direkter Link ... Kommentar schreiben (2 Kommentare) Sonntag, 31. Dezember 2006
Die Liste
Autor: der_eumel, online seit 15:25 Uhr, Kategorie: Kurzgeschichten
Die Liste war lang. Und es fiel ihm immer wieder etwas Neues ein, das er sogleich unten anfügte. Dann las er noch einmal alle Punkte durch und bestätigte sie nochmals für sich selbst. Sie waren alle gut und nötig.
Das Wetter draußen konnte mieser kaum sein für die Jahreszeit: grau, regnerisch und kalt. Während er die tief vorbeifliegenden Wolken beobachtete, kam ihm eine neue Idee für seine Liste. Ja, auch diese war wichtig. Warum war er nicht schon früher darauf gekommen? Wenn er auf die letzten Monate zurückblickte, fiel ihm auf, wie blind er gewesen war, wie rücksichtslos, wie gefühllos manchmal, was für Chancen er verpasst hatte. Er fühlte sich nicht gut bei den Gedanken daran, aber es versetzte ihn in eine energiereiche positive Stimmung, zu wissen, dass sich nun all das ändern würde. Er überflog noch einmal die Liste und steckte sie dann in die Tasche. Es wurde Zeit, sie abzuarbeiten. Entschlossen stand er auf und ging aus dem Haus, sein Ziel fest vor Augen. ... direkter Link ... Kommentar schreiben (0 Kommentare) Donnerstag, 21. Dezember 2006
Auf dem Weihnachtsmarkt
Autor: der_eumel, online seit 20:14 Uhr, Kategorie: Kurzgeschichten
Was könnte er ihr schenken? Während er durch den Weihnachtsmarkt läuft und seinen Blick über die verschiedenen Stände gleiten lässt, kommen ihm so einige Ideen. Ein süßes Parfum, genauso süß wie sie selbst, schöne Ohrringe, eine CD ihres Lieblingssängers, Shopping-Gutscheine, ein I-Love-You-Lebkuchenherz, eine romantische Lawalampe, vielleicht sogar eine Reise im Sommer zu zweit nach Südfrankreich oder Spanien oder aber gar eine Ballonfahrt. Nein, am besten alles zusammen, eingepackt in viele Küsse und Umarmungen und ein "Ich liebe dich" oben drauf. In Momenten wie diesen würde er ihr alles schenken.
Wenn sie doch nur zu ihm gehören würde... Stattdessen bekommt sie an Heiligabend das Lebkuchenherz und die Reise von einem anderen Kerl... Der Gedanke daran ist wie ein Schlag in den Magen. Wie kann sie nur solch einen Idioten so sehr mögen? Er versteht es einfach nicht. Frustriert besinnt er sich wieder und hält Ausschau nach einem möglichen Geschenk für seinen Großvater. Lange hat er nicht mehr Zeit... ... direkter Link ... Kommentar schreiben (0 Kommentare) Montag, 18. Dezember 2006
Ohne Worte
Autor: der_eumel, online seit 11:26 Uhr, Kategorie:
Er war in manchen Dingen begabt, wenn man das so nennen möchte. Doch es machte ihn einsam.
In der Grundschule hat sich niemand wirklich für ihn interessiert. Er war halt da, immer freundlich, doch er war unbedeutend. Niemand hatte etwas gegen ihn, eigentlich mochten ihn alle, doch er selbst war zu schüchtern, um große Freundschaften zu entwickeln. So verbrachte er seine Grundschulzeit recht unspektakulär und leise. Das machte ihn zum Nachzügler. Doch vorläufig störte ihn das wenig, vielleicht merkte er es selbst nicht einmal. Als er auf die Oberschule ging, hatte er es schwer. Seine Zurückhaltung ließ ihn fremd wirken und keiner kannte ihn wirklich. Er war ein Außenseiter, wurde manchmal gehänselt und nicht weiter beachtet. Sie waren gemein zu ihm, doch er sagte nichts. Jahre später stand er auf der Bühne im Scheinwerferlicht. Die Show war mitreißend, die Stimmung am Überkochen und er mittendrin. Sie umarmten ihn, jubelten ihm zu oder nickten anerkennend. Er lächelte und blieb stumm. ... direkter Link ... Kommentar schreiben (0 Kommentare) Dienstag, 12. Dezember 2006
Zimmerlandschaft
Heute fange ich an. Die Zeit des Aufschiebens ist vorbei! Nachher wird rangeklotzt und endlich gearbeitet, wie sich das gehört.
Wenn da nur bloß nicht diese Müdigkeit wäre. Schlapp und kraftlos lässt sich der Zustand gut beschreiben. Folglich ist es momentan gar nicht möglich, was zu tun. Deshalb ja auch nachher. Bis dahin ruhe ich mich noch etwas aus. Die festgesetzte Zeit rückt näher und das Buch stößt mich mit dem Näherrücken der Zeit immer mehr ab wie zwei gleichgepolte Magneten. Es liegt quasi auf einem hohen Berg der notwendigen Motivation, der einfach nicht abgebaut werden will. Andere Bereiche des Zimmers dagegen erscheinen in einer angenehm bequemen Senke zu liegen, gut erreichbar, ohne Anstrengung. Zum Beispiel der PC oder das Bett. Der Weg durch diese hügelige Zimmerlandschaft wird noch durch einige Barrieren in den Tälern erschwert. Vielleicht sollte ich mal wieder aufräumen. Das mache ich am besten nach dem Lernen. Wenn ich nur nicht so müde wäre. Meine Konzentration kann man heute vermutlich komplett vergessen, doch morgen ist generell keine Zeit. Es muss also heute sein! Ich fang gleich an. Aber zuerst schau ich noch kurz in den Chat, wer gerade online ist... ... direkter Link ... Kommentar schreiben (0 Kommentare) Sonntag, 10. Dezember 2006
Warten
Autor: der_eumel, online seit 16:23 Uhr, Kategorie: Ein paar kurze Worte
Was ist warten?
Warten ist das Totschlagen von Zeit mit dem Ziel, sie zu verringern im Hinblick auf ein Ereignis, das somit erreichbarer wird. Doch es gibt verschiedenste Arten des Wartens. Eine Art und gleichzeitig die unerträglichste ist die ohne bestimmtes Ziel und ohne konkrete oder bekannte Zeit. Zum Beispiel das Warten auf eine Veränderung im Leben. Manch einer wartet sein Leben lang und stirbt, ohne aufgehört zu haben zu warten, ohne selbst mal das Glück in die Hand zu nehmen. Dann gibt es das Warten auf eine bestimmte Sache, Aktion, auf ein Ereignis, jedoch ohne zu wissen, wann das Warten vorbei sein wird: Warten auf eine Antwort, Warten auf den ersten Schnee. Man träumt, Sehnsüchte bedrücken einen. Andersrum kann man auch auf etwas warten, ohne zu wissen, was es ist, jedoch den Zeitpunkt kennen: "Am Samstag bekommst du eine Überraschung." oder der Ausgang einer Bundestagswahl. Selbstverständlich kann man auch Autos oder Motoren warten, aber das ist was anderes... Wenn man aber Glück hat, dann wartet man auf ein konkretes Ereignis, dessen zeitliches Stattfinden bereits fest steht. Diese letzte Art des Wartens ist die einfachste und oft wird sie versüßt durch eine angenehme Vorfreude. Doch auch sie kann zeitweilen zur Qual werden, nicht zuletzt bei besonders langen Zeitdistanzen. Warum mir dieser ganze Definitionskram einfällt? Vielleicht, weil ich gerade vom trockenen Unialltag geprägt bin, wo ständig solche Definitionen gelesen werden müssen und ich selbst ständig am Warten bin... Mir fällt da so einiges ein. Einiges! ... direkter Link ... Kommentar schreiben (1 Kommentar) Mittwoch, 6. Dezember 2006
Niggas töten
Autor: der_eumel, online seit 01:02 Uhr, Kategorie: Ein paar kurze Worte
Wie kann man einen Text darüber schreiben, dass man etwas unbeschreiblich findet? Ganz einfach: es geht nicht.
Doch man möchte, denn diese Unbeschreiblichkeit ist ja schließlich Zeugnis von Emotionen, Interesse und einer Meinung. Was also tun? Am besten von vorne anfangen, das ist immer gut: Tobi hat mir geraten, mich mal mit Texten von Musik auseinanderzusetzen, viele Leute wüssten nicht, was sie da tagtäglich hörten, weil sie die Texte nicht verstünden. Ich will mich selbst gar nicht davon ausnehmen. Ich fand die Idee nicht schlecht, doch fiel mir dennoch kein wirklicher Diskussionspunkt ein oder eine konkrete These. Also suchte ich mal in den Weiten des Internets nach interessanten bzw. in diese Kategorie passenden Lyrics. Als ich auf eine Übersetzung eines "Songs" des amerikanischen Rappers 50 Cent stieß, überkam mich dann eine regelrechte Ungläubigkeit. Selbstverständlich war mir bewusst, dass solche Rap-Texte oftmals obszön und gewaltverherrlichend sind, doch was ich hier las, war allerunterstes Niveau: Der gesamte Rap handelt davon, wie der Protagonist einen "Nigga" töten will - und zwar detailreich beschrieben, wie es detailreicher kaum mehr geht. Warum schreibt man solche Texte?? Was müssen solche Menschen für ein Leben haben, um soetwas denken geschweige denn aussprechen können - und das in aller Öffentlichkeit?? Da kann ich nur sagen: Welch Glück, dass man nicht alles versteht, was man so zu Ohren bekommt. Da wundern mich Amokläufe in Amerika kein bisschen... schließlich verstehen die Jugendlichen dort ihre Sprache besser als wir. Ich habe nach der Hälfte des Textes aufgehört zu lesen und habe jetzt auch keine Lust, mich weiter damit zu beschäftigen. Deswegen höre ich jetzt wieder auf mit diesem Thema und denke an was Schönes. Zum Beispiel an eine nette Person oder ans Tanzen. Oder an beides. ... direkter Link ... Kommentar schreiben (0 Kommentare) ... older stories
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Oh, hier tut sich ja wieder was! Soll bei mir auch... by tobi-wan (2011.11.17, 13:14) Was prägt unsere...
Dieses Schreiben lag gestern leicht abgewandelt und... by der_eumel (2011.11.02, 16:28) Nachmittags in der Mensa
Die dicke Frau hinter der Theke klatscht mir zum Glück... by der_eumel (2011.11.01, 13:39) |
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